Befreundete PROJEKTE

Der Empfang von Besucher_innen und gegenseitige Unterstützung gehören zum Alltag auf den Longo maï-Kooperativen. Darüber hinaus hilft Longo maï anderen Gruppen und Initiativen, die ein kollektives Projekt aufbauen: Sei es durch eine finanzielle Starthilfe oder indem vor Ort bei der Gründung des Hofes mit angepackt wird bzw. durch den Aufbau eines Verkaufsnetzwerk, über das die Produkte des Hofes direkt verkauft werden können. Hier einige Projekte, die Longo maï begleitet hat.

Damit kollektive Projekte einfacher entstehen können, müssen juristische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Seit zwei Jahren beteiligt sich Longo maï gemeinsam mit Menschen aus anderen ländlichen Projekten an einer Arbeitsgruppe. Diese möchte die Ansiedlung von Gruppen im ländlichen Raum erleichtern. In seiner langen Existenz hat Longo maï gründliche juristische Kenntnisse gesammelt und vermittelt diese in der Arbeitsgruppe, um gemeinsam den Weg für neue kollektive Projekte zu öffnen. Bereits die hohen Preise für einen Hof können eine Hürde sein, an der die Gründung eines Gemeinschaftsprojekts scheitert. 


Hosman Durabil, Bäckerei und Dorfentwicklung, Rumänien

Das befreundete Projekt im rumänischen Siebenbürgen startete 2004 mit dem Kauf der „Alten Mühle“ im Dorf Hosman/Holzmengen. Die Mühle wurde wieder zum Leben erweckt und eine Bäckerei aufgebaut. Im Rahmen dieses Projekts konnte u. a. die Scheune auf der Alten Mühle zu einem Seminar- und Veranstaltungszentrum umgebaut werden. Zahlreiche handwerkliche Kurse und Workshops, bei denen Longo maï die AusbilderInnen stellte, verstärkten den Austausch mit dem Hosman-Projekt. Schon zur Tradition geworden ist mittlerweile der Besuch der Schweizer Longo maï-FreundInnen, die auf ihrer Osteuropa-Bildungsreise ausser in Nischnje Selischtsche (Transkarpatien) ebenfalls in Hosmann Station machen und in der „Alten Mühle“ empfangen wurden.


Le jardin des semences au Liban

Il y a cinq ans Zoé et son frère Ferdinand ont eu l'idée d'un projet de semence et de ferme biologique dans la vallée de la Bekaa où un demi-million de réfugié-e-s vivent dans des centaines de camps. Leur ferme "Buzuruna Juzuruna" (en arabe "nos graines sont nos racines") fleurit aujourd’hui à la périphérie du village de Saadnayel, à une heure de voiture à l'est de Beyrouth. Une vingtaine de femmes et d’hommes venant de Syrie et du Liban participent au projet. En 2019 Pro Longo maï a continué son échange avec ce projet important dans cette région difficile par une participation pratique ainsi que par une aide financière.


Straze, Greifswald DE

In Greifswald, im Nordosten Deutschlands, wo sich der Staat zurückzieht und zivilgesellschaftliche Strukturen abgebaut werden, engagiert sich eine aktive Gruppe seit Jahren mit politischen, kulturellen und sozialen Aktivitäten. Vor einiger Zeit kaufte sie ein grosses ehemaliges Kulturhaus, das seit langem leer stand. Mit dem Wiederaufbau und zahlreichen kulturellen sowie handwerklichen Aktivitäten will die Gruppe den sozialen Zusammenhalt in der Region stärken und dem Vormarsch des Rechtsextremismus etwas Positives entgegensetzen. Longo maï unterstützt diese Initiative.


Biolandwirtschafts- und Handwerksprojekt Notre-Dame-des-Landes

In Notre-Dame-des-Landes, in der Nähe der französischen Stadt Nantes, haben wir eine Bewegung unterstützt, die sich gegen die Zerstörung der alten Kulturlandschaft durch den Bau eines neuen, aber gänzlich überflüssigen Flughafens einsetzt. Im Januar 2018 stoppte die französische Regierung das Flughafenprojekt. Gleichzeitig hat sie auch die Räumung der Zugezogenen angeordnet, die in der Zeit der Auseinandersetzung interessante gemeinschaftliche landwirtschaftliche Projekte entwickelt hatten. Longo maï-Mitglieder aus mehreren Kooperativen haben die Betroffenen mit ihrem Sachwissen unterstützt sowie die Öffentlichkeit über die Geschehnisse und die Projekte informiert. Die Betroffenen möchten nun ein nachhaltiges Projekt auf dem Gebiet realisieren und es vor sterilen Monokulturen schützen. Longo maï wurde in diesem Prozess um Rat angefragt. Einige kollektive Projekte wurden unterdessen in die Tat umgesetzt, zum Beispiel Kurse zum Thema Waldpflege und Holzrücken mit dem Pferd. Dabei entwickelte sich ein reger Austausch mit der Kooperative Treynas im Ardèche.


Finca Sonador, Costa Rica

Gegründet wurde die Finca als selbstverwaltete Asylstätte für Flüchtlinge. Inzwischen umfasst sie 900 Hektar, davon die Hälfte geschützter Regenwald. Im entstandenen Dorf leben 420 Einwohner_innen, die eine Schule, einen Verein für nachhaltigen Tourismus und verschiedene gemeinschaftliche Einrichtungen betreiben. Das Land wird für die Selbstversorgung und den Kaffeeanbau bearbeitet.
In einer Region, wo die Wälder und die Böden durch den industriellen Ananas-Anbau zerstört werden, hat sich die Finca zu einer ökologischen und gesellschaftlichen Alternative entwickelt. In diesem Sinne sind heute auch die Umweltorganisation UNAPROA und eine alternative Universität auf der Finca Sonador aktiv.


Verfeil, Tarn und Garonne, Frankreich

Das Dorf mit seinen 350 Einwohner_innen war von Abwanderung bedroht. Nun hat sich eine Gruppe von mehr als 20 jungen Leuten hier angesiedelt, die zum grossen Teil aus der Kindergeneration von Longo maï kommt. Im Zentrum des Dorfes haben sie ein Mehrfamilienhaus erstanden sowie ein anderes grosses Gebäude, das als Kantine, Seminarraum, Fest- und Veranstaltungsort dient. Sie bearbeiten 30 Hektar Ackerland. Ein Wirtschaftsgebäude bietet Platz für die Tischlerei und die Käserei sowie für Ziegen und Schafe. Ihre Schlosserei, Zimmerei und Mechanikwerkstatt sind über mehrere Dörfer verteilt.


Malhaussette, Frankreich

Der Hof Malhaussette liegt in den französischen Cevennen, nicht weit von der Stadt Alès entfernt. Die Gruppe betreibt biologische Landwirtschaft. Die grosse Ziegenherde in extensiver Zucht ist ihr wichtigstes Standbein. Einige der Gründungsmitglieder hatten sich das nötige Wissen für die Landwirtschaft und die Organisation des gemeinschaftlichen Lebens auf den Longo maï-Kooperativen angeeignet. Der Austausch mit Longo maï besteht bis heute intensiv, besonders durch das Mitwirken einiger Mitglieder von Malhaussette in der Spinnerei Chantemerle.


Les Tanneries, Frankreich

Der selbstverwaltete Ort «Les Tanneries» in Dijon begann mit der Besetzung eines verlassenen Industriegeländes im Jahr 1998. Auf dem grossen Gelände konnten sich viele verschiedene Aktivitäten entwickeln und von hier aus wurden zahlreiche lokale Initiativen unterstützt. Die Erfahrung der Selbstverwaltung und die gemeinsamen politischen Aktivitäten haben über die Jahre hinweg zu freundschaftlichen Kontakten geführt. Als die «Tanneries» im Jahr 2014 umziehen mussten, übernahm Longo maï einen Teil der Kosten für den Neuanfang. 


 Mühle von Nikitsch, Burgenland, Österreich

In einer alten Mühle in Nikitsch lebt seit 2012 eine Gruppe, die schon viele Jahre mit Longo maï zusammenarbeitet. Der Kauf der Mühle ermöglichte es der Gruppe, fortan zusammenzuleben, den Alltag zu teilen und eine Selbstversorgungswirtschaft zu betreiben. Die grosszügigen Räumlichkeiten erlauben es, Veranstaltungen sowie internationale Seminare zu organisieren.

Wieserhoisl, Steiermark – Kultur und Gemüse AT

Die acht Bewohner und Bewohnerinnen des Hofkollektivs Wieserhoisl bewirtschaften seit rund sieben Jahren den kleinen Betrieb nahe Deutschlandsberg in der Steiermark in Österreich. Eine vielseitige Selbstversorger-Landwirtschaft sowie die Durchführung von Workshops und kulturellen Veranstaltungen bilden die wirtschaftliche Grundlage des Hofes. Eine rege Zusammenarbeit konnte über die Jahre auch mit anderen Produzent_innen der Region aufgebaut werden. Longo maï, und insbesondere die österreichische Kooperative Hof Stopar, arbeitet seit Beginn des Projekts in vielen Bereichen, so in der Saatgutkampagne, mit dem Kollektiv zusammen.


Cadj’mat, Italien

Das selbstverwaltete Gemeinschaftsprojekt Cadj’mat im piemontesischen Dorf Roccaciglié ist 2006 unter Mithilfe von Longo maï-Mitgliedern entstanden. Bis heute fahren sie regelmässig dorthin und unterstützen das Projekt. Die wirtschaftliche Basis des Hofes bildet eine Herde Mutterschafe mit dem Verkauf von Käse und Lämmern. Seit drei Jahren pachtet die Gruppe zudem eine Parzelle mit Haselnusssträuchern. Die Haselnüsse werden geerntet, geröstet und schliesslich direkt verkauft, etwa an den Longo maï-Ständen.

 


Puebla de la Sierra, Spanien

Junge Erwachsene, die in Longo maï aufgewachsen sind, haben sich im Jahr 2000 mit anderen jungen Leuten zusammengetan und die Kooperative «los apiscuillos» in Puebla de la Sierra bei Madrid gegründet. Neben der Schaf- und Ziegenzucht, der Waldbewirtschaftung und dem Gemüseanbau gehören zur Selbstversorgung Geflügel- und Bienenzucht sowie die Käseherstellung. Pro Longo maï führte eine Spendenkampagne durch, um den Aufbau des Hofs zum Abschluss zu bringen.