BRANDAKTUELLES aus Longo maï

Landwirtschaftsnotstand

Wie ein dichter Nebel überdeckte die Coronakrise in der öffentlichen Debatte viele unserer Forderungen und Engagements. Grundlegende Fragen unserer Gesellschaft wurden auf Eis gelegt, so auch die Problematik der Herstellung unserer Lebensmittel.

Heute wird diese von der Agrarindustrie dominiert und von einer Landwirtschaftspolitik gefördert, die Grossbetriebe und somit Monokulturen sowie Massentierhaltung in immer grösseren Einheiten begünstigt. Während vor nicht allzu ferner Vergangenheit die Landwirtschaft natürliche Ressourcen noch erschloss, Ökokreisläufe schuf und zur Artenvielfalt beitrug, zerstört das heute praktizierte agroindustrielle Modell lebenswichtige Ressourcen, verschmutzt Böden, Luft sowie Wasser und verbraucht dabei fast fünfmal mehr Kalorien als es produziert.  weiterlesen ...



Agrokonzerne

Gutachten gegen Monsanto

Mit grosser Spannung hatten wir die Verkündung der Rechtsgutachten der fünf Richterinnen und Richter des Internationalen Monsanto- Tribunals erwartet. Das von der Zivilgesellschaft ins Leben gerufene Meinungstribunal fand am 15. und 16. Oktober 2016 in
Den Haag statt, um gewisse Praktiken des Unternehmens juristisch zu untersuchen. 28 Personen hatten über die weltweit fatalen Auswirkungen der Produkte von Monsanto vor diesem Meinungstribunal ausgesagt.


Am 18. April 2017 war es endlich soweit. An der Pressekonferenz in Den Haag kamen die Richterinnen und Richter einstimmig zum Schluss, dass die Praktiken von Monsanto gegen die grundlegenden Menschenrechte wie das Recht auf Nahrung, Gesundheit und eine gesunde Umwelt verstossen. Zudem beeinträchtigt Monsantos Verhalten die Freiheit der Wissenschaftler_innen, unerlässlich für eine unabhängige wissenschaftliche Forschung.


Diese umfangreichen und fundierten juristischen Gutachten werden die Opfer von Monsanto und von anderen multinationalen Konzernen, welche Menschenrechte verletzen und die Umwelt zerstören, weltweit in ihren Forderungen nach Gerechtigkeit unterstützen.


Die Richterinnen und Richter hielten weiter fest, dass eine grosse Lücke zwischen den Verpflichtungserklärungen
der Unternehmen bezüglich Umweltschutz und deren Umsetzung besteht. Die Umwelt muss im internationalen
Recht besser geschützt werden, die Straftat des Ökozides muss darin Eingang finden. Wäre Ökozid
als Straftat international anerkannt, würden wahrscheinlich viele Aktivitäten Monsantos diesen Tatbestand
erfüllen – so die Schlussfolgerungen der Richterinnen und Richter.


In ihren Rechtsgutachten bezogen sich die Richterinnen und Richter auch auf die immer grösser werdende Kluft zwischen den Menschenrechten und der Verantwortung transnationaler Unternehmen. Sie empfahlen den Vereinten Nationen dringend, Massnahmen zu ergreifen, damit die Rechte der Menschen und der Umwelt nicht durch Freihandelsverträge ausser Kraft gesetzt werden. Menschenrechte müssen prioritär vor Geschäftsinteressen stehen. Behörden müssen vermehrt Mensch und Umwelt vor den Machenschaften transnationaler Unternehmen schützen. Klagen gegen Unternehmen sollen vor dem Internationalen Strafgerichtshof möglich gemacht werden.


«Rettet das Swydowets-Massiv vor der Zerstörung»

Protestbrief Swydowets

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Brief an Zelenski D.docx
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Die klaren Worte der Richterinnen und Richter können Sie auf www.monsanto-tribunal.org nachlesen.