Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Welt haben einst zur Gründung von Longo maï geführt – seit über 50 Jahren mischt Longo maï sich ein und ergreift Initiativen, um andere
zu unterstützen: Menschen und Bevölkerungsgruppen, die unter einem Staatsstreich, militärischen Konflikten oder den Auswirkungen des Kolonialismus leiden oder von totalitären Regimes drangsaliert
werden. Menschen und Gruppen, die sich für soziale Gerechtigkeit, die Rechte indigener Völker, den Zugang zu Land oder akzeptable Lebensbedingungen engagieren, wird geholfen.
Um diesen Aktionen eine breitere Basis zu verschaffen und sie auf Osteuropa auszudehnen, wurde nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 das Europäische BürgerInnenforum (EBF), in dem Longo
maï-Mitglieder und andere Engagierte tätig sind, gegründet. In den folgenden Jahren hat das EBF mehrere internationale Treffen organisiert mit Aktivist*innen, Politiker*innen und Jurist*innen aus
der ganzen Welt – das letzte 2016 auf der Kooperative Grange Neuve, an dem mehr als 400 Menschen teilnahmen. Während einer Woche haben die Teilnehmenden über die Situation in ihren Ländern
berichtet und sich in Diskussionen darüber ausgetauscht, welche politischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen sich in nächster Zukunft stellen. Gemeinsam werden Aktionen initiiert, die
den Zugang zu Grundrechten verbessern, mehr soziale Gerechtigkeit bringen und die Wiederaneignung von Gemeingütern fordern.
Mehrmals im Jahr treffen sich die Kooperateur*innen mit den anderen Mitgliedern des EBF, um Erfahrungen auszutauschen und Ideen für Initiativen zu besprechen. Mit den Aktionen des EBF sollen
langfristige Veränderungen erreicht werden, wobei Selbstorganisation und Vernetzung emanzipatorischer Initiativen wichtig sind. Das EBF finanziert sich durch private Spenden und ist von
öffentlichen Geldern unabhängig. So können Informationen verbreitet, Beobachtungsdelegationen in Spannungsgebiete geschickt, Empfangsstrukturen für Papierlose (Sans Papiers) und Migrant*innen
geschaffen und erhalten werden. Zugleich erfolgen juristische Beratung, aber auch Unterstützung von Aktivist*innen anderer Themenfelder. In den letzten Jahren haben Longo maï und das EBF
gemeinsam viel Arbeit für Geflüchtete geleistet. Es wurden Initiativen an den Fluchtrouten unterstützt, Menschen beim Asylverfahren begleitet und lokale Empfangsstrukturen mitgetragen. Nicht
zuletzt werden Versammlungsräume zur Verfügung gestellt und Informationen der selbstorganisierten Flüchtlings-Bewegungen verbreitet.